Tarifvertrag altersteilzeit stahlindustrie

Der Arcelor EBR ist ein gemeinsames Leitungs-/Arbeitnehmervertretungsgremium, das durch eine im Mai 2002 unterzeichnete Vereinbarung (die frühere EBR bei Arbed und Usinor ersetzt) eingerichtet wurde. Das Abkommen sieht vor, dass 47 Arbeitnehmervertreter (aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Luxemburg und Spanien) im EBR und ein vom Europäischen Metallarbeiterverband ernannter Vertreter als „Dauergast mit beratender Stimme“ an Sitzungen teilnehmen. Der EBR tritt ein- bis zweimal jährlich in voller Sitzung zusammen, um sich mit einer relativ breiten Palette von Fragen zu befassen. Der 16-köpfige „Auswahlausschuss“ des EBR tritt mindestens einmal im Quartal und fast jeden Monat zusammen und spielt eine zentrale Rolle bei der Beratung durch das Management. Der EBR hat eine stärkere beratende Funktion als viele andere. Berichten zufolge wird ein Informations- und Konsultationsnetz, an dem die verschiedenen nationalen Gewerkschaftsdelegationen im EBR beteiligt sind, immer weiter entwickelt und aktiver. Arcelor plant, eines der ersten Unternehmen zu sein, das auf EU-Ebene gemäß dem Statut der Europäischen Aktiengesellschaft (EU0206202F) aufgenommen wurde, und hat bereits eine kleine Anzahl von Gewerkschaftsvertretern im Aufsichtsrat. Wie bereits erwähnt, hat sich die Stahlindustrie zunehmend internationalisiert (obwohl dies in Ländern wie Schweden keine neue Entwicklung ist) und von großen multinationalen Unternehmen dominiert, was eine Reihe von Fragen für Tarifverhandlungen aufwirft. In diesem Zusammenhang sollen die wichtigsten Herausforderungen untersucht werden, denen sich die nationalen Sozialpartner in der Eisen- und Stahlindustrie in 16 europäischen Ländern gegenübersehen. Die Studie konzentriert sich insbesondere auf: Das Gewicht, das Gewerkschaftsorganisationen bei Entscheidungen mit sich bringen können, hängt zum Teil von ihrer Fähigkeit ab, politische Kreise zu beeinflussen.

Im Vereinigten Königreich unterhält der ISTC beispielsweise gute Beziehungen zu nationalen Politikern sowie zu Politikern auf regionaler Ebene, insbesondere in der walisischen Versammlung. Dennoch hat dies nicht ausgereicht, um Corus zu wesentlichen Änderungen seiner Entscheidungen zu zwingen, wie dies kürzlich bei Entlassungen in seinem Werk in Scunthorpe der Fall war. In Belgien waren die Gewerkschaften im Stahlsektor schon immer von Einfluss, vor allem in der region Wallonien, wo sie aufgrund der strategischen Bedeutung des Sektors auf die politische Unterstützung der dominierenden sozialistischen Partei angewiesen waren.